Das Wichtigste in Kürze
- →Herzinfarkt in der Anamnese führt bei klassischen Tarifen fast immer zur Ablehnung
- →Tarife ohne Gesundheitsfragen fragen nicht nach Infarktart, Zeitpunkt oder Medikamenten
- →Kein Leistungsausschluss für herzbedingte Krankenhausaufenthalte
- →Beitrag richtet sich nur nach Alter – kein Risikoaufschlag wegen Herzvorgeschichte
Wer einen Herzinfarkt hatte, weiß: Die Nachsorge ist aufwendig, Krankenhausaufenthalte werden häufiger, und der Wunsch nach einem Einzelzimmer oder Chefarztbehandlung ist verständlich. Doch genau hier scheitern viele beim Versicherungsabschluss – klassische Tarife lehnen nach einem Herzinfarkt ab oder verlangen massive Aufschläge. Tarife ohne Gesundheitsfragen bieten einen anderen Weg. Was eine Krankenzusatzversicherung nach Herzinfarkt leisten kann und wie der Abschluss funktioniert, erklärt Generalagentur Johannes Rillig & Kollegen aus Dudenhofen.
Warum lehnen Versicherer nach einem Herzinfarkt ab?
Hintergrund: Bei klassischen Krankenzusatzversicherungen bewertet der Versicherer vor Abschluss das individuelle Gesundheitsrisiko über einen Fragebogen. Ein Herzinfarkt signalisiert ein erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen: erneute Herzinfarkte, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, Schlaganfall oder Nierenprobleme. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit kostspieliger Krankenhausaufenthalte aus Sicht des Versicherers erheblich.
Die Reaktionen in der Praxis sind:
- Ablehnung – der häufigste Fall bei Herzinfarkt in der Anamnese, insbesondere bei jüngerem Infarktalter oder mehrfachen Ereignissen
- Risikoaufschlag – deutlich höhere Monatsbeiträge als für Versicherte ohne Herzvorgeschichte
- Leistungsausschluss – Versicherungsschutz wird erteilt, aber Krankenhausaufenthalte wegen Herzerkrankungen werden explizit ausgeschlossen – also genau das, was man absichern wollte
In keinem dieser Szenarien ist der Schutz befriedigend. Die Alternative sind Tarife, die die Krankengeschichte schlicht nicht abfragen.
Was ändert sich bei Tarifen ohne Gesundheitsfragen?
Tarife ohne Gesundheitsfragen stellen keinen Fragebogen. Das bedeutet für Herzinfarkt-Betroffene konkret:
- Keine Angaben zum Herzinfarkt, zur Anzahl der Ereignisse oder zum Zeitpunkt
- Keine Offenbarungspflicht für Medikamente, Stents, Bypässe oder Herzschrittmacher
- Keine Ablehnung aufgrund der Herzgeschichte
- Keine Risikoaufschläge wegen erhöhtem kardiologischen Risiko
- Kein Leistungsausschluss für herzbedingte Krankenhausaufenthalte
Der Versicherer kennt den Gesundheitszustand nicht und kann im Leistungsfall auch nicht nachträglich auf die Herzvorgeschichte verweisen, um Zahlungen zu verweigern. Den Risikoausgleich erzielt der Versicherer durch eine Wartezeit (meist drei Monate) und durch im Schnitt etwas höhere Beiträge als bei Tarifen mit Gesundheitsprüfung.
Welche Leistungen sind nach einem Herzinfarkt versicherbar?
Folgende Bereiche lassen sich bei den meisten Anbietern ohne Gesundheitsprüfung absichern:
- Stationäre Wahlleistungen: Einbettzimmer oder Zweibettzimmer, Chefarztbehandlung – gerade für Menschen mit erhöhter Krankenhaushäufigkeit besonders wertvoll
- Krankenhaustagegeld: Pauschale pro Krankenhaustag, die unabhängig von den tatsächlichen Kosten ausgezahlt wird
- Zahnzusatz: Zuschuss zu Zahnersatz und Implantaten
- Sehhilfen und Hörgeräte: Zuschüsse zu Brillen, Kontaktlinsen und Hörgeräten
- Krankenpflege-Zusatz: Ergänzungsleistungen bei häuslicher Pflege nach Krankenhausaufenthalt
Was nicht abgedeckt wird: Die eigentliche kardiologische Behandlung – Herzmedikamente, Stentimplantationen, Bypass-Operationen oder Reha nach Herzinfarkt – ist Aufgabe der gesetzlichen Krankenkasse. Die Zusatzversicherung verbessert den Komfort und sichert Einkommenslücken ab, ersetzt aber nicht die GKV-Leistungen.
Typ und Zeitpunkt des Herzinfarkts – spielt das eine Rolle?
Bei Tarifen mit Gesundheitsfragen: ja, erheblich. Rezente Herzinfarkte (unter zwei bis fünf Jahren), multiple Ereignisse oder Komplikationen wie Herzinsuffizienz führen fast ausnahmslos zur Ablehnung. Selbst lange zurückliegende, komplikationslose Ereignisse werden als Risikofaktor gewertet.
Bei Tarifen ohne Gesundheitsfragen: nein. Es wird nicht gefragt – weder nach dem Zeitpunkt noch nach der Art des Infarkts, dem betroffenen Gefäß oder der aktuellen Herzfunktion. STEMI, NSTEMI, Hinterwandinfarkt oder Vorderwandinfarkt – für den Versicherungsabschluss irrelevant.
Was kostet eine Krankenzusatzversicherung nach einem Herzinfarkt?
Da keine Gesundheitsfragen gestellt werden, richtet sich der Beitrag ausschließlich nach Alter und gewähltem Leistungsumfang – nicht nach der Herzvorgeschichte. Grobe Orientierungswerte:
- Krankenhaustagegeld ohne Gesundheitsfragen: ab ca. 10–20 Euro pro Monat
- Stationäre Zusatzversicherung (Einbettzimmer, Chefarzt): ab ca. 20–50 Euro pro Monat
- Zahnzusatz ohne Gesundheitsfragen: ab ca. 10–30 Euro pro Monat
Herzinfarkte treten statistisch häufig ab dem mittleren Lebensalter auf. Wer nach dem Infarkt mit 55 oder 60 Jahren abschließt, zahlt entsprechend mehr als jemand, der mit 45 abschließt – aber noch immer ohne Risikoaufschlag wegen der Herzerkrankung. Ein frühzeitiger Abschluss sichert dauerhaft niedrigere Beiträge.
Wie läuft der Abschluss ab?
- Kontakt aufnehmen: Füllen Sie unser kurzes Kontaktformular auf der Startseite aus oder schreiben Sie uns per WhatsApp – das dauert keine zwei Minuten.
- Persönliche Beratung: Wir besprechen Ihren Bedarf: Welche Leistungen sind Ihnen am wichtigsten – Krankenhaus-Komfort, Einkommensabsicherung oder Zahnschutz? Was ist Ihr Budget?
- Tarif auswählen: Wir zeigen Ihnen konkrete Tarife ohne Gesundheitsfragen mit Beiträgen und Leistungsübersichten – ohne Fachjargon, verständlich erklärt.
- Abschluss: Da kein Gesundheitsfragebogen ausgefüllt werden muss, ist der Antrag in wenigen Minuten erledigt. Nach der Policierung und Ablauf der Wartezeit sind Sie versichert.
Keine versteckten Kosten: Die Beratung durch Generalagentur Rillig & Kollegen ist für Sie vollständig kostenlos und unverbindlich.
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Dieser Ratgeber wird regelmäßig aktualisiert. Letzte Überprüfung: Mai 2026. Autor: Generalagentur Johannes Rillig & Kollegen, Landauer Str. 14, 67373 Dudenhofen